Herzlich Willkommen auf der Seite des TV Fischbek Bewegungskindergarten!

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Inklusiver Bewegungskindergarten

Das Konzept

 

1. Unsere Kita stellt sich vor


1.1. Leitgedanken – Bildungsverständnis – das Bild vom Kind und seine Bedürfnisse

Das Kind lernt von Geburt an – und eigentlich schon im Mutterleib.
   Ο  „Ich werde wahrgenommen, erlebe Geborgenheit und habe meinen Platz in der Welt“

Selbstbildungspotential - das Kind eignet sich aktiv seine Umwelt an und kann schon sehr früh mitteilen was es braucht.
   Ο  „Ich kann selbst bestimmen und erlebe Aufrichtigkeit“

Das „kompetente Kind“ ist von Anfang an ein soziales Wesen, dass durch Nachahmung und zuschauen lernt. So sind wir Vorbild und Führung für das Kind.
   Ο  „Ich darf lernen und ausprobieren und erlebe Verständnis“

Einzigartigkeit des Kindes – Jedes Kind ist in seiner Art und in seinem Ausdruck einzigartig – und wunderbar, so wie es ist.
   Ο  „Ich werde gesehen und bekomme Anerkennung“

Wir haben den Blick auf das einzelne Kind und seinen individuellen Bedürfnissen, damit es Unterstützung findet und bekommt was es wirklich braucht.
   Ο  „Ich bekomme was ich brauche und erlebe eine gesunde Ordnung“

Blick auf das Kind in der Gruppe von Kindern – auch das Miteinander ist uns wichtig und stärkt das Gefühl:
   Ο  „Ich gehöre dazu und erlebe Beständigkeit“

Jedes Kind geht seinen eigenen Entwicklungsweg. Wir bleiben konsequent an der Seite des Kindes und helfen Krisen zu meistern.
   Ο  „Ich bekomme Beistand und erlebe Achtsamkeit“

1.2. Träger der Einrichtung

Der Träger des inklusiven Bewegungskindergartens „Springmäuse“ ist der Turnverein Fischbek von 1921 e.V. Unser Bewegungskindergarten hat eine lange Tradition, er ist vor mehr als 50 Jahren aus einer Betriebssportgruppe entstanden und ist einer der ersten Kindergärten mit Schwerpunkt Bewegung. Seit Dezember 2021 können wir auch Kinder mit Eingliederungshilfeanspruch bei uns betreut werden. Der TV Fischbek pflegt schon in seiner Satzung den Integrationsgedanken: „Der Verein setzt sich für die Integration aller Mitbürger/innen ein.“  Hierzu zählen alle Menschen die besondere Unterstützung für die Teilhabe am Sport und Vereinsleben benötigen. Seit mehr als 20 Jahren verfolgt der Verein unter dem Titel „Integration durch Sport im TV Fischbek“ intensiv diese Arbeit.

1.3. Lage der Einrichtung

Der Bewegungskindergarten liegt in der Siedlung Sandbek, im Ohrnsweg 50. Noch liegen wir neben den Tennisplätzen an Feldern und Wiesen geschützt. In den nächsten Jahren werden viele neue Wohnungen in unserer Nachbarschaft entstehen. Die Straße Ohrnsweg ist verkehrsberuhigt und der Kindergarten liegt an einer kleinen Sackgasse ohne Durchgangsverkehr. Schon seit einigen Jahren planen wir unseren Kindergarten zu erweitern und nun gibt es konkrete Pläne für einen Neubau gleich nebenan. In diesem Haus soll neben dem Kindergarten auch der Trägerverein, der TV Fischbek seine Räume haben. Die Grundschule Ohrnsweg ist direkt nebenan. Leider wird es nicht mehr lange so idyllisch bleiben. Direkt in unserer Nachbarschaft wird ein weiteres Neubaugebiet mit 2300 Wohneinheiten entstehen. Dies birgt sowohl starke negative Veränderungen wie zum Beispiel der Wegfall von freien Grünflächen, als auch Chancen in sich. Ziehen doch viele Familien in das Gebiet und sichern so den Fortbestand unserer Kita.

1.4. Art der Einrichtung

Wir sind ein inklusiver Bewegungskindergarten. Das heißt, wir ermöglichen allen Kindern die Teilhabe und im besonderen Maße die Gelegenheit, sich im Haus und auf dem Außengelände zu bewegen. So wirken wir auch einer sozialen Ausgrenzung entgegen und bauen mögliche Unsicherheiten im Umgang mit Behinderungen ab. Seit Mai 2007 sind wir als Bewegungskita PLUS ausgezeichnet.

Inklusion bedeutet nicht nur die Betreuung und Förderung von Kindern mit einem Eingliederungsanspruch. Es drückt sich vielmehr in unserer Haltung und unserm Bildungsverständnis aus: Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung, Bildung und Teilhabe und besonders Kinder haben ein Recht auf Spiel und eine gewaltfreie Erziehung. Schon seit mehr als 20 Jahren betreuen wir immer wieder Kinder mit speziellen Bedarfen. Und schon immer erlebten wir es als unpersönlich und ineffektiv ein Fremdinstitut mit der Förderung dieser Kinder zu beauftragen. Zumal die Förderung nur an einem Tag in der Woche, für eine Stunde stattfand. Das Kind wurde jedoch in der Regel bis zu 8 Stunden täglich bei uns betreut und sollte generell in seiner Anwesenheitszeit seinen Bedürfnissen entsprechende Unterstützung erhalten. Wir haben uns viel Zeit gelassen den Prozess zu einer inklusiven Kita zu entwickeln. Dabei hat uns die Qualitätsentwicklung bei Soal e.V. „Kultur des Lernens“ sehr unterstützt. Hier fanden wir die zu uns passende Grundhaltung und unser Menschenbild wieder und konnten in den letzten Jahren besonders den Inklusionsgedanken etablieren und uns fachlich auf unsere Aufgabe vorbereiten. Hierzu haben drei Kolleginnen die Weiterbildung zur Heilpädagogin absolviert und es wurden viele Teamsitzungen zur Erarbeitung fachlicher Inhalte durchgeführt. 

1.5. Struktur der Einrichtung

In unserem Haus werden Kinder von ca. 12 Monaten bis 3 Jahre in einem Krippenbereich (Krippenkinder) und Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt (Elementarkinder) in zwei altersgleichen Gruppen betreut. Innerhalb der Gruppen nutzen wir das Prinzip der offenen Arbeit und so haben die Kinder die Möglichkeit sich innerhalb Orientierung gebenden Strukturen frei zu bewegen und den Alltag mit uns zu gestalten.

1.6. Außengelände

Vor dem Kindergarten ist ein eingezäuntes Außengelände, auf dem die Kinder ihren Ideen und ihrem Forscherdrang nachgehen können. Es ist in die Bereiche für Krippen- und Elementarkinder geteilt. Es bietet den Krippenkindern Schutz und auch können die Krippenkinder die Großen als Zaungäste beobachten. Am Nachmittag kommen die Kinder dann auch gelegentlich zusammen.
Das Außengelände hat eine besondere pädagogische Bedeutung. Die Natur bietet Ruhe und Anregung zugleich. Je nachdem was das Kind benötigt. Im natürlichen Umfeld können die Kinder Selbstwirksamkeit erfahren und finden viele Bewegungsmöglichkeiten, die ihre Risikokompetenz erweitern.
Kinder mit speziellen Bedürfnissen sind, je nach dem Grad ihres Bedarfes, immer in Begleitung. Auch auf dem Außengelände werden allen Kindern die Möglichkeiten geboten sich individuell zu betätigen. Bei der Ausgestaltung des Geländes und des Spielangebotes haben wir besonderen Wert auf die Möglichkeit geachtet, die basalen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Es gibt Geräte zum Schaukeln, zum Rutschen und Balancieren und auch zum Klettern und Springen. Es gibt Bereiche für das Spiel mit Wasser, einen Werktisch zum Sägen und Feilen und einen Tisch für die Arbeit mit unterschiedlichen Materialien, wie z.B. Kartoffelmehl, Kreide reiben, Ton aber auch zum Auffädeln von Perlen. Insgesamt wird in der wärmeren Jahreszeit vieles nach Draußen verlegt und auch die Arbeit mit Farben an den „Baumstaffeleien“ ist bei den Kindern sehr beliebt. Es können so die wichtigsten Grundfertigkeiten eingeübt und ausgebildet werden. 

1.7. Unser Team – langjährig erfahren und professionell.

Insgesamt arbeiten zurzeit 11 pädagogische Mitarbeiterinnen und eine Kitaleiterin mit unterschiedlichen Arbeitszeiten und Stundenzahl in unserer Kita.
Durch besonders geschultes Personal können wir fachlich und qualitativ auf die Bedürfnisse der Kinder besonders eingehen.
Im Kindergarten arbeiten:

  •   Erzieherin*innen mit Zusatzausbildungen in
       ◦  Verstehens – uns bindungsorientierte Pädagogik
       ◦  Psychomotorik
       ◦  Heilpädagogik
       ◦  Fachkraft für psychopädagogische Kindertherapie
       ◦  Ressourcenfokussierte Elternberaterin
       ◦  Trauma sensible Pädagogik
  • Sozialpädagogische Assistentin*innen
  • Sozialpädagogin
  • Kinderpflegerin
  • Heilerzieherin
  • Talentierte und qualifizierte Quereinsteigerinnen
  • Ergotherapeutin
  • Logopädin auf Stundenbasis

Die Teamsitzungen finden 14-tägig statt, die für alle Teammitglieder verpflichtend sind. Die Gestaltung und Durchführung der Teamsitzung werden gemeinsam geplant.

Es finden jährlich, auf den Studientagen, intensive Fallbesprechungen statt, die von einer externen Supervisorin oder Therapeutin geleitet werden. Oft zeigt sich, dass die Themen der Kinder auch unsere eigenen Themen sind. Sie zeigen häufig Zusammenhänge zu unseren eigenen biografischen Vorerfahrungen auf und werden wenn möglich, mit professioneller Hilfe bearbeitet.
Jährlich wird eine Ausfahrt unternommen, auf der die Beziehungsgestaltung innerhalb des Teams im Vordergrund steht. Auf weiteren (bis zu 2) Studientagen wird unsere konzeptionelle Ausrichtung überprüft und zu aktuellen Themen gearbeitet. Einmal jährlich finden Personaleinzelgespräche statt.

Die Einrichtung unterstützt auch die Ausbildung von Erzieher*innen und Sozialpädagogischen Assistent*innen und bietet für die Schüler*innen aus diesen Schulen Praktikumsplätze an.

1.8. Leistungsarten und Öffnungszeiten

Im Bewegungskindergarten „Springmäuse“ werden Gutscheine mit folgenden Leistungsarten angenommen:

Krippe 5 Stunden mit Mittagessen
Krippe 6 Stunden
Krippe 8 Stunden
Krippe 10 Stunden
Krippe 12 Stunden

Elementar 5 Stunden (nur mit Mittagessen)
Elementar 6 Stunden
Elementar 8 Stunden
Elementar 10 Stunden
Elementar 12 Stunden

EGH 5 Stunden
EGH 6 Stunden
EGH 8 Stunden

Jeweils der Stufen 1-3

Das Mittagessen ist inklusive.

Die Halbtagskinder (Gutscheine mit 5 Stunden) können den Bewegungskindergarten von 8.00 bis maximal 13.00 Uhr besuchen.

Die Ganztagskinder (Gutscheine ab 6 Stunden) können in der Zeit zwischen 8.00 und 16.00 Uhr betreut werden.
Für Kinder berufstätiger Eltern besteht, je nach Leistungsart, die Möglichkeit, den Frühdienst ab 6.00 Uhr und/oder den Spätdienst bis 18.00 Uhr zu nutzen.
Die genaue Betreuungszeit richtet sich nach der Leistungsart des Gutscheines und den Bedürfnissen der Eltern in Absprache mit der Kita.

Während der Hamburger Sommerferien bleibt die Einrichtung für 2 Wochen komplett geschlossen. Diese Zeit wird unter anderem für eine Grundreinigung genutzt. In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Einrichtung ebenfalls geschlossen. An drei weiteren Tagen im Jahr kann die Einrichtung zur konzeptionellen Weiterentwicklung zusätzlich geschlossen werden.

1.9. Aufnahmekriterien

Durch den Besitz eines Gutscheines erlangen Eltern grundsätzlich die Möglichkeit, sich eine anerkannte Kinderbetreuung ihrer Wahl in Hamburg zu suchen. Wir vergeben die Plätze nach zeitlicher Anmeldefolge. Haben wir mehr Anmeldungen als Plätze, wird eine Interessentenliste geführt.

2. Pädagogische Arbeit


2.1. Die zwei Säulen unserer pädagogischen Arbeit:

Persönlichkeit – Fachlichkeit

Auch wenn diese zwei Aspekte getrennt beschrieben werden, bedingen sie einander und sind miteinander verwoben.

Die Persönlichkeit der Pädagogin. Wir brauchen in den Kitas Menschen mit bestimmten Schlüsselkompetenzen. Dazu gehört u.a. das Wissen, dass das Lernen ein lebenslanger Prozess ist. Wer aufhört zu lernen – hört auf lebendig zu sein. Wir brauchen Menschen, die zutrauen in sich und andere haben – die authentisch sind und das sind was sie darstellen. Wir brauchen emotionale Persönlichkeiten, die sagen was sie denken, sich reflektieren können und wenn sie in einer Sache falsch lagen, um Verzeihung bitten. Auch und vor allem Kindern gegenüber. Uns hilft ein humorvoller und stärkenorientierter Blick auf uns selbst und die Kinder. Lächeln baut Brücken und stärkt die Bindung. Fehler sind Schlüssel für neue Lernperspektiven und üben uns darin, unsere Werte und Haltung zu überprüfen. Unabdingbar ist die Bindungsfähigkeit der Pädagogin. „Es geht uns nicht darum, dass Kinder möglichst früh selbstständig werden. Wir wollen sicherstellen, dass sie verlässliche Bindungen erleben und ihre Bindungsfähigkeit entwickeln. Die Selbstständigkeit kommt dann von allein. Denn sichere Verbundenheit in der Gemeinschaft gibt ihnen die Basis, von der aus sie die Welt erobern können.“ (Corinna Scherwath) Das gleiche gilt auch für uns Erwachsene: In einer als sicher empfunden Arbeitsgemeinschaft kann sich eine Kultur des freudigen Lernens und Scheiterns entwickeln. Dazu braucht es auch eine führende und Orientierung gebende Leitung, die Halt gibt und den Handlungsrahmen aufzeigt. Eine gesunde Hierarchie ist hier im Sinne von Orientierung geben und angemessene Freiräume bieten, zu sehen.

Die Fachlichkeit der Pädagogin:
Wir brauchen in den Kitas fachlich qualifizierte Menschen, die ein hohes Maß an Interesse und Engagement zeigen. Nur wenn wir von den Entwicklungsprozessen des Kindes wissen, können wir entsprechend hilfreich handeln. U.a. sind ein Bindungswissen und eine Bindungsmethodik von großer Bedeutung. Wir arbeiten in einer Beziehungsprofession. Das bedeutet, dass wir fachtheoretisches Bindungswissen benötigen um eine ausreichend gute Bindungsqualität leben zu können. Wir müssen unsere biografischen Prozesse reorganisieren, um sie nicht unreflektiert an folgende Generationen weiterzugeben. Erst die Aufarbeitung unserer eigenen Lebenshistorie ermöglicht es uns „symptomfrei“ auf Kinder reagieren zu können. Das Wissen darüber allein reicht jedoch nicht. Wir müssen uns Handlungskompetenzen aneignen, die es uns ermöglichen, auch in schwierigen Situationen ein Kind in ein sicheres Bindungsempfinden führen zu können.

Die Kita als Modell für ein menschliches zusammenleben und Demokratie
Bindungsorientierte und verstehensorientierte Pädagogik ist eine Frage der Haltung und des Grundverständnisses einer Gemeinschaft. Wir schaffen damit eine Atmosphäre emotionaler Sicherheit, Zugehörigkeit und Verbundenheit und bilden so die Grundlage für eine positiv gestimmte Gesellschaft.

2.2. Der Bildungsauftrag der Einrichtung

  • Wir arbeiten nach dem Konzept eines inklusiven Bewegungskindergartens
  • Wir sind eine staatlich anerkannte sozialpädagogische Bildungseinrichtung
  • Wir haben einen Bildungs- und Erziehungsauftrag laut Bildungsempfehlungen der Stadt Hamburg
  • Wir verstehen uns als familienergänzend
  • Heilpädagogische Förderung nach Bedarf
  • Ergänzende Förderangebote nach Bedarf

2.3. Die Rechte der Kinder und unsere Haltung dem Kind gegenüber

Die Mitarbeiterinnen der Kita „Springmäuse“ haben in der Zeit von September 2007 bis November 2022 an dem Qualitätsentwicklungsverfahren des Alternativen Wohlfahrtsverbandes „SOAL“ teilgenommen und wurden seither 6-mal rezertifiziert.

Auch wenn es das QE Verfahren in der bisherigen Form nicht mehr gibt und wir uns jetzt selbst evaluieren, bleiben die Grundannahmen der Qualitätsentwicklung „Kultur des Lernens“ nach Schäfer et al., unsere Richtlinie. Es orientiert sich an folgenden Rechten der Kinder, die wir als Grundsätze unserer Arbeit begreifen:

  • Kinder haben ein Recht auf Bildung ab der Geburt

  • Kinder haben ein Recht auf Erzieherinnen, die ihre biographischen Lebenserfahrungen hinterfragen

  • Kinder haben ein Recht auf Erzieherinnen, die ihr pädagogisches Verhalten reflektieren

  • Kinder haben ein Recht auf eigene Bildungsprozesse, die von Erwachsenen anerkannt werden, obwohl sie häufig rätselhaft und fremd erscheinen

  • Kinder haben ein Recht auf Themen, Umgebungen und Materialien die entdeckendem Lernen Raum geben

  • Kinder haben ein Recht auf Erzieherinnen, die ein vertieftes Interesse an einem Bildungsbereich haben

  • Kinder haben ein Recht auf eine qualitative Sicherung ihrer Bildungsprozesse

2.4. Die wahrnehmende Beobachtung und die Dokumentation der Bildungsprozesse

  • Die wahrnehmende Beobachtung ist Grundlage unserer Arbeit – wir möchten das Kind in seiner Äußerung verstehen – dazu müssen wir etwas über das Kind erfahren.

  • Die Dokumentation der Bildungsprozesse des Kindes ist die Möglichkeit das Wissen allen zugänglich zu machen und auch Vorbereitung auf Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

  • In den „Ich als Kind Büchern“ werden die Erlebnisse und Begegnungen der Kinder festgehalten. Es ist das persönliche Eigentum der Kinder.

  • Anhand der Reflexion der Beobachtungen wird das eigene pädagogische Handeln überprüft.

Zu den besonders wichtigen, fachlichen Aufgaben des pädagogischen Personals gehört die Beobachtung und Dokumentation. In unserer Kita wenden wir das „wahrnehmende Beobachtungsverfahren“ an. (Prof. Dr. Marjan Alemzadeh/Prof. Dr. Gerd E. Schäfer) Das wahrnehmende Beobachtungsverfahren ist prozessorientiert und versucht durch empathisches Hinschauen und Nachspüren, das Handeln der Kinder zu verstehen, um daraus Unterstützungsmöglichkeiten und Projektideen an den tatsächlichen Bedürfnissen und Ressourcen der Kinder zu entwickeln.

Die Beobachtung bezieht alle Kinder mit ein und soll regelmäßig dokumentiert werden. Auch die Kinder mit EGH Anspruch. Hier geht es vordergründig nicht um die Beobachtung und Auflistung von Defiziten. Allerdings schließt es nicht aus, dass dadurch besondere Bedürfnislagen erkannt werden und eine weitere Diagnostik in Gang kommt. Bei besonderen Auffälligkeiten wird eine Kontrolle des Entwicklungsverlaufes durch weitere Personen durchgeführt. (Eltern, Kinderarzt, Ergotherapeutin, Sprachexpertin, Logopädin, Bindungstherapeutin oder JPD)

Aus den Beobachtungen und deren Reflexion anhand eines speziell entwickelten Reflexionsbogens, wird ein Prozess initiiert, der es ermöglicht auf unterschiedlichen Ebenen das pädagogische Handeln zu hinterfragen und entsprechend anzupassen. Dadurch wird es den Pädagoginnen kontinuierlich ermöglicht sich intern weiterzubilden und voneinander und von sich und über sich selbst etwas zu lernen. Die Beobachtungen und Tagesdokumentationen werden in einem Hausbuch und in den „Ich Als Kind Büchern“ gesammelt. Manch eine besondere Beobachtung findet im Eingangsbereich unserer Kita einen besonderen Platz an den Reggio inspirierten „sprechenden Wänden“. An diesen Wänden stellt sich unsere Kita mit ihrem Entwicklungsprozess vor und informiert über unsere pädagogische Ausrichtung.

Insgesamt findet die Dokumentation in einem Kreislauf statt:

  • Wahrnehmende Beobachtung als Grundlage unserer Arbeit
  • Dokumentation der Bildungsprozesse des Kindes
  • Ich als Kind Bücher
  • Tagesdokumentation
  • Hausbuch
  • Sprechende Wände
  • Lernprozess der Mitarbeiterinnen / Reflexion

2.5. Das Spiel

Für alle Kinder gilt, je nach Entwicklungsalter angepasst die Möglichkeit, nach den „4 Freiheiten des Spiels“ ihren Bedürfnissen entsprechend zu handeln:

Was spiele ich
Wo spiele ich
Mit wem spiele ich
Wie lange spiele ich.

Auch hier ist der Inklusionsgedanke sichtbar. Die Freiheiten des Spiels beziehen sich auf alle Kinder. Kinder mit speziellen Bedürfnissen werden besonders unterstützt ihr Spiel zu finden. Wir unterstützen die Kinder bei Bedarf mit speziellen Hilfsmitteln, die eigenen Bedürfnisse deutlich zu machen und auszudrücken oder mit speziellem Spielmaterialien zu arbeiten. (Metaplankarten, Ipad unterstütze Sprache, Bücher zur gebärdenunterstützenden Sprache, (Talking Hands), Vibrationsmatte und Kissen, Gewichtsdecke, Restzeitanzeigeuhr, Aufgaben- und Ablaufkarten, Akustische Geräte, Gehörschutz etc.) Es wird besonders darauf geachtet, dass die Bedürfnisse aller Kinder beachtet werden. Und es werden Lösungen gefunden, die allen Kindern gerecht werden. Als Beispiel soll hier die Geräuschentwicklung in einer Kita genannt werden. Manche Kinder benötigen besonders viel Ruhe und Überschaubarkeit einer Situation. Da kann es helfen Ohrschützer zu tragen und einen Platz ganz für sich auf einem Podest einzunehmen. So gelingt es dem Kind dabei zu sein und doch ganz selbstbestimmt den Moment zu gestalten. Und wenn es dann doch zu viel wird, den Raum wieder zu verlassen.

Auch der Besuch der großen Uwe Seeler Turnhalle wird allen Kindern ermöglicht. Durch das genaue Beobachten finden wir heraus, welche Voraussetzungen ein Kind braucht, um es in der Halle als angenehm zu empfinden. Manche Kinder brauchen zunächst einen Rückzugsort, um dann nach einer Weile Stück für Stück den Raum zu erobern. Oder es braucht erst etwas Niedriges (Matten) um das Höhere (Turn Bock) zu erobern. So schauen wir genau auf den Ausdruck des Kindes und bleiben mit dem Kind in einer emotionalen Verbindung, um das Kind durch den Moment zu tragen und angemessene Entscheidungen zu treffen. So werden Lösungen gefunden, die allen Kindern gerecht werden.

3. Die Krippe

  • 12 bis max. 14 Kinder, 3 Pädagoginnen + 1 Auszubildende
  • Geschützter Bereich für die Kinder von ca. 11 Monaten bis ca. 3 Jahren
  • Eingerichtet nach dem Hamburger Raumgestaltungsmodell (Angelika von der Beek)
  • Raum mit unterschiedlichen Funktionsecken, Bewegungsmöglichkeiten, Baubereich, Atelierbereich mit Wasseranschluss
  • Eigener Toiletten- und Waschraum, selbständig zugänglicher , aber abgesperrter Wickeltisch
  • Schlafraum auch als Rückzugsmöglichkeit

Eingewöhnung Krippe

  •  Kooperation mit den Eltern
  • Bindungs- und Verstehens orientierter Blick auf das Kind
  • Partizipatorisches Eingewöhnungsmodell nach Prof. Dr. Alemzadeh
  • Vorbereitung der Krippenkinder auf neue Kinder
  • Schnuppergruppe für die Kinder die in den Elementarbereich wechseln

4. Der Elementarbereich

Hausmäuse 3 – ca. 4 ½ Jahre

  • Funktionsräume: Rollenspiel und bauen, Bewegung, Atelier, Therapieraum, Essküche
  • Fachfrauen die sich auf ihre Fachbereiche spezialisieren
  • Bindungsarbeit und Beziehungsgestaltung stehen im Vordergrund

Waldmäuse 4 ½ - 6 Jahre

  • Ein großer Gruppenraum mit Funktionsecken die nach Bedarf von den Kindern umgestaltet werden können.
  • Atelier / Schreibwerkstatt
  • Abtrennung des Raumes durch Schiebewand möglich
  • Bewegungselemente mit Schaukelmöglichkeit im Raum
  • Projektarbeit nach den Entwicklungsthemen der Kinder
  • Waldwochen und Waldspaziergänge
  • Nebenraum als Rückzugsmöglichkeit / Therapieraum

Eingewöhnung Elementar

  • Partizipatorisches Eingewöhnungsmodell
  • Kind abhängig
  • Bezugspersonenorientiert

5. Raumgestaltung - Material

Unser Haus ist in allen Bereichen nach dem Hamburger Raumgestaltungskonzept nach Angelika von der Beek (HR) gestaltet. Der Kindergarten ist komplett ebenerdig und barrierefrei. Die Räume und die Materialien müssen auch den speziellen Anforderungen des Inklusionsgedanken folgen. Sie sollen den Kindern Sicherheit und Geborgenheit bieten, Raum für Handlungsspielräume eröffnen und gleichzeitig überschaubar sein. Materialien sollen das Interesse und die Neugier des Kindes wecken und es jedem Kind ermöglichen, sich Wissen und Können ganzheitlich und individuell anzueignen.

Das HR geht davon aus, dass eine wirksame Förderung von kindlichen Bildungsprozessen in der Kita nur möglich ist, wenn die altersspezifischen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder im Tagesablauf, in der Organisation, in der Raumgestaltung, in der Materialauswahl und im Beziehungsangebot der Pädagoginnen berücksichtigt werden. Aus dieser Sicht werden die Selbstbildungsprozesse der Kinder in unserer Krippe, am nachhaltigsten unterstützt, wenn sie in Sicht- und Hörweite ihrer Erzieherin die Wahl zwischen unterschiedlichen Betätigungsmöglichkeiten zur Verfügung haben, das heißt, gruppenpädagogisch betreut werden.

Die Bildungsprozesse von Kindern zwischen drei und sechs werden am wirksamsten gefördert, wenn sie unter vielen unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten auswählen können und jederzeit die Gelegenheit zum Rückzug haben, sich also gerade nicht in Sicht- und Hörweite der Pädagoginnen aufhalten müssen aber eben auch können. So sind unsere Räume so angelegt, dass sie diese Bedingungen ermöglichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder, die besondere Bedarfe haben, eher in Sichtweite der Pädagoginnen bleiben sollen.

6. Eingewöhnung der Kinder

Wir arbeiten nach dem „partizipatorischen Eingewöhnungsmodell“ von Prof. Dr. Marjan Alemzadeh
Es ist ein bindungsorientiertes Eingewöhnungsmodell, das die Signale von Kindern und Eltern ernst nimmt und im Eingewöhnungsprozess berücksichtigt.
Diese Form der Eingewöhnung ermöglicht Familien einen begleiteten, sanften, bindungsorientierten Übergang von der familiären Betreuung zur ergänzenden außerfamiliären Betreuung in unserer Kita. Zum Zeitpunkt der Eingewöhnung haben Eltern und Kind meist eine sehr intensive erste Lebenszeit voller gemeinsam geteilter Erfahrungen erlebt. In den meisten Fällen ist das Kind sehr stark auf einen Elternteil bezogen. Um das seelische, geistige und körperliche Wohlbefinden des Kindes zu wahren, nimmt dieser Elternteil auch in der Eingewöhnung eine aktive Rolle ein, so wie es das Kind aus seiner bisherigen Lebenserfahrung gewohnt ist. Gemeinsam mit seinem Elternteil kann es die neue Welt erkunden und sich in seinem Tempo auf die neuen einladenden Erfahrungen einlassen. Dieses Verfahren kommt allen Kindern zugute und berücksichtigt die Bedürfnisse aller Kinder. Eben auch den Kindern, die besondere Bedürfnisse zeigen. Es wird genau das von zuhause übernommen, was bisher für das Kind hilfreich und vertraut war. So kann der Übergang in die Kita auch für die Kinder mit besonderen Ansprüchen gut gelingen. Darüber hinaus werden Lösungen für besondere Hürden erarbeitet. Zum Beispiel die Frühstücks- oder Mittagessensituation. Auch hier nehmen wir besondere Rücksicht auf Kinder mit Anpassungsschwierigkeiten. Es werden nur die Veränderungen und Neuerungen eingeführt, die das Kind akzeptiert und bei denen es sich weiterhin kooperativ zeigt.

7. Spracherweiterung / Sprachförderung

  • Spracherweiterung in Alltagssituationen
  • angeleitete Kleingruppenangebote
  • Erfassung des Sprachstandes nach Bedarf
  • Schwerpunkt Kita Sprache „Frühe Chancen“ bis 2022
  • Ausführliche Informationen im Fachkonzept „Sprache“

Sprachbildungsarbeit als inklusive alltagsintegrierte Bildungsaufgabe: Jedes Kind ist gleich und doch ist jedes Kind anders. Wir sehen das was ist und nutzen die Ressourcen, die wir vorfinden. Unsere Ziele richten sich dabei nach den individuellen Möglichkeiten des Kindes und nicht, nach einer Fremdbestimmten Norm. Und Kinder lernen in sozialen Kontexten. Sie erarbeiten sich die sprachlichen Formen wie Lautbildung, Sprachmelodie, Wortschatz und Grammatik in der Interaktion mit den Menschen in ihrer Umgebung. Sprechfreude kann sich daher nur dann entwickeln, wenn sich das Kind in alltäglichen Sprachsituationen, als erfolgreich erlebt. Sprachbildungsarbeit ist in diesem Sinne eine Querschnittsaufgabe aller im Haus beteiligten.

Die Eltern sollen sich, im wortwörtlichen Sinne, verstanden fühlen können. Durch Dolmetscher oder andere sprachbegabte Menschen, suchen wir den Austausch mit den Eltern. Durch die intensiven Elterngespräche, mit dem Fokus auf das, was schon gut in den Familien funktioniert, können wir die Kinder individuell unterstützen. Kinder mit besonderen Bedarfen, erhalten im Rahmen der EGH Leistungen, weitere Unterstützung durch eine Logopädin, die zu uns ins Haus kommt.

Ein weiterer Aspekt der Sprachbildungsarbeit ist die Sprachvorbildfunktion der Pädagoginnen. Die Pädagoginnen sind sich der Mitverantwortung für die sprachliche Entwicklung der Kinder im Kindergarten Springmäuse bewusst und gestalten ihre Kommunikation untereinander und mit den Kindern wertschätzend. Die Pädagoginnen reflektieren ihr eigenes Kommunikations- und Sprechverhalten und reagieren auf die kindlichen Dialogsignale angemessen, feinfühlig und erweiternd.

8. Die Heilpädagogik – als inklusive Pädagogik

Als Kita übernehmen wir einen inklusiven, sozialpädagogischen Bildungsauftrag, der sich u. a. an der Entwicklung, dem individuellen Entwicklungsverlauf des einzelnen Kindes und der Familiensituation des Kindes orientiert. Die heilpädagogische Förderung ist prozessorientiert und leistet individuelle Begleitung des einzelnen Kindes, dabei gibt das Kind das Tempo seiner Lernschritte vor.

Insbesondere unter den Bedingungen inklusionsorientierter Bildung wird die pädagogische Arbeit zur heilpädagogischen Arbeit, in der jedes Kind gemäß seinen Ressourcen auf seinem Entwicklungsweg begleitet und unterstützt wird. Eine große Chance besteht dabei, beim gemeinsamen Aufwachsen von Beginn an, von der Krippe bis zum Schuleintritt.

Auch das Konzept der Psychomotorik unterstützt unsere Arbeit. Es ist ein ganzheitliches Konzept und Psychomotorik bietet vielfältige Möglichkeiten, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Sie ist eine entwicklungs- und kindgemäße Art der Bewegungserziehung. Die Psychomotorik verbessert die Ich-Kompetenz, die Sachkompetenz und die Sozialkompetenz: Zudem werden Kinder in ihren eigenen Fähigkeiten gestärkt und gewinnen so mehr Selbstvertrauen.

  • Ich-Kompetenz: In der Psychomotorik lernen die Kinder den Umgang mit ihrem eigenen Körper. Dies wird in der Psychologie als Ich-Kompetenz bezeichnet.
  • Sachkompetenz: Kinder lernen in der Psychomotorik den Umgang mit verschiedenem Material kennen, dies wird Sachkompetenz genannt.
  • Sozialkompetenz: In den Psychomotorik - Stunden haben die Kinder Möglichkeiten, vielfältige Erfahrungen im Sozialbereich zu machen. Dies wird in der Psychologie als Sozialkompetenz bezeichnet.

9. Kooperationen und Aktivitäten außerhalb der Kita

  • Schnuppertage in der Schule Ohrnsweg
  • Bücherbus
  • Kooperation mit der Kita Sonnenschein in der Schließzeit
  • Kooperation mit Therapeuten

10. Partizipation

Partizipation gelingt nur wenn sie gelebt wird. So sind in unserer Kita Strukturen erarbeitet worden, die allen Kindern und Pädagoginnen einen größtmöglichen Anteil an Entscheidungsmöglichkeiten erlauben. Dies setzt eine ausreichend gute Informationskultur voraus und bedarf einer strukturierten Planung der internen Abläufe. Dabei gilt es ein gutes Maß an Freiräumen und eigenverantwortlicher Erledigung von Aufgaben auf der einen Seite und konkrete Anweisungen und Kontrolle, auf der anderen Seite zu finden.

Partizipation beginnt in der Grundhaltung der Pädagoginnen. Darüber hinaus ist der Tagesablauf für die Kinder transparent und überschaubar und es gibt innerhalb des Tagesablaufes Freiräume für selbstbestimmtes Handeln. Immer wieder müssen mit den Kindern die Regeln für das Miteinander erarbeitet und angepasst werden. Die Kinder erfahren dabei wie, wann und in welchen Bereichen sie mitbestimmen dürfen. Zum Beispiel bei der Auswahl der Frühstückszutaten, bei der Mittagessenauswahl oder der Materialauswahl im Rollenspielbereich und im Bauraum. Hier stoßen die Kinder auch an die Grenzen der Mitbestimmung: Nicht alle was gewünscht wird, ist auch möglich oder sinnvoll. Hier gilt es beziehungsvoll dem Kind angemessene Erklärungen zu geben.

11. Ernährung

Auf die Ernährung legen wir viel Wert. Die Kita bietet das Frühstück im Haus an. Die Eltern zahlen dafür gesondert einen freiwilligen Beitrag von 20,00 € für Halbtagskinder und 25,00 € für Kinder, die noch am Nachmittagsimbiss teilnehmen.

Das Frühstück findet in den Gruppen statt. Hier können sich die Kinder selbst Brote oder Müsli zubereiten. Je nach Wochentag wechselt das Angebot. Täglich gibt es frisches Obst und Gemüse roh zum Knabbern.

Unser Mittagessen liefert uns zurzeit täglich heiß und frisch die Vollwertküche „Essen für Kinder“ - Porschke GmbH. Diese Küche achtet besonders darauf, möglichst viele Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau und aus heimischer Wirtschaft zu verwenden. Die Firma Porschke bietet außerdem ein der Jahreszeit entsprechendes Nahrungsmittelangebot. Auf Farbstoffe, Geschmacksverstärker und sonstige Zusatzstoffe wird vollkommen verzichtet. Jederzeit haben die Kinder die Möglichkeit, Wasser und Tee zu trinken. Kakao und Milch gibt es nur an bestimmten Tagen.

Kindern, die an „fremdes“ Essen noch nicht gewöhnt sind, wird es ermöglicht ihr Essen von zu Hause mitzubringen oder wir besorgen die bekannten Nahrungsmittel, wobei wir darauf wert legen, möglichst gesunde Lebensmittel anzubieten. Beispiel: Auch wenn ein Kind bisher gerne Schokoladenbrötchen gegessen hat, versuchen wir darauf hinzuwirken, dass es ein weiches Brötchen ohne Schokolade isst. Oftmals wird außergewöhnliches Verhalten (z.B. Hyperaktivität) durch hohen Zuckerkonsum etc. noch befördert. Dem wollen wir entgegenwirken. Und auch die Eltern werden über die Auswirkungen von ungesunder bzw. über den Nutzen von gesunder Ernährung unterrichtet.

12. Elternarbeit

Der Bewegungskindergarten versteht sich als Familienergänzende Einrichtung. Damit Eltern und Kindergarten im Interesse des Kindes zusammenarbeiten können, ist ein kontinuierlicher Kontakt notwendig.

Um die Eltern am Geschehen in der Kita zu beteiligen, finden verschiedene Formen der Elternarbeit statt:

  • Informationselternabende: Zweimal im Jahr finden Informations- und Austauschelternabende statt. Hier wird über besondere Themen, den Kita-Alltag und den Jahreslauf informiert.

  • Es gibt eine Elternpost die über Aktuelles informiert. Diese erscheint in Papierform und wird in der Kita verteilt.

  • Tür-und-Angel-Gespräche: Kurze Absprachen, Fragen und Informationsaustausch zu aktuellen Tagesthemen finden in diesen Gesprächen statt.

  • Einzelgespräche: Ein mal jährlich oder bei Bedarf finden Gespräche mit den Eltern statt.

  • Hospitationen in der Gruppe: Die Eltern sind eingeladen, nach Absprache, am Gruppenalltag ihres Kindes teilzunehmen. Hier haben Eltern die Gelegenheit, ihr Kind ganz anders kennenzulernen. Auch für die Kinder ist es spannend, den Eltern „ihre“ Kita zeigen zu können und sie an ihrer Kita-Kinderwelt teilhaben zu lassen.

  • Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung von Festen

  • Weihnachtsbasteln der Eltern für die Kinder: Zu Weihnachten basteln die Eltern für die Kinder ein kleines Geschenk, das dann auf der Weihnachtsfeier überreicht wird. Zum Beispiel ein selbstgestaltetes Puzzle oder ein bemalter Turnbeutel. 

  • Elternvertreter: Die Elternvertreter treffen sich ca. zweimal im Jahr und werden dabei auch über Veränderungen und Pläne informiert. Der Elternbeirat hat das Recht, sich bei wesentlichen Angelegenheiten der Tageseinrichtung zu beteiligen.

Besonderen Wert legen wir auf die Einzelgespräche mit den Eltern. Diese Gespräche, manchmal als Spaziergang durchgeführt, ermöglichen es uns, ein tieferes Verständnis für das Kind und die Familie zu bekommen.

13. Interdisziplinäre Zusammenarbeit – Formale Anforderungen

Um den Anforderungen einer Eingliederung von Kindern mit besonderen Bedarfen gerecht zu werden ist der Austausch mit den unterschiedlichen Fachdisziplinen wichtig. Ziel dieses Austausches ist die bestmögliche Unterstützung des Kindes. Es findet eine regelmäßige Besprechung mit den externen Fachkräften und den in der Kita beschäftigten stat. (Falls vorhanden) Hierzu gehören die Heilpädagogin bzw. Heilerzieherin im Haus, die Sprachexpertin, die Ergotherapeutin und die Bezugserzieherin. Hinzugezogen wird in der Regel auch die Leiterin, die die Gespräche moderiert. Die Eltern werden regelmäßig informiert und mit einbezogen.

Die Integration von EGH Kindern bedarf einer gesonderten Form der Dokumentation, die einer Fachkraft obliegt. Hierzu gehört auch das Verfassen der Förderpläne und die Verlaufskontrolle und ggbfs. die Neubeantragung bzw. Verlängerungsantragserstellung von bestehenden Fördermaßnahmen. Auch die Rückfragen bzw. Gespräche mit dem JPD nimmt diese Fachkraft war.

Spätestens drei Monate nach Aufnahme eines Kindes mit EGH Anspruch wird ein Förder- und Behandlungsplan erstellt und auch die Pläne und Berichte werden mit allen Beteiligten Fachkräften abgestimmt. Hierbei werden die vorgegebenen Formulare verwendet. Einmal jährlich wird ein Entwicklungsbericht erstellt, der mit den Eltern ausführlich besprochen wird. Spätestens 3 Monate vor Ablauf der Bewilligung, wird ein Folgeantrag gestellt. Im letzten Jahr vor der Schule wird ein Abschlussbericht erstellt.

14. Qualifizierung des Teams

Das Team des Bewegungskindergartens ist bestrebt, sein pädagogisches Wissen kontinuierlich zu erweitern. Wir nehmen regelmäßig an individuellen und auch gemeinsamen Fortbildungen teil. Es wird allen Pädagoginnen eine Weiterbildung gemäß unseren pädagogischen Anforderungen ermöglicht. Auch die Heilpädagogische Weiterbildung für Erzieherinnen steht allen Pädagoginnen offen. Darüber hinaus findet, angeregt durch die Erfahrungen im Qualitätsentwicklungsverfahren, der „QE Kultur des Lernens“, ein umfangreicher Reflexionsprozess, sowohl der eigenen persönlichen Arbeit als auch der Strukturen und Prozesse im Haus, statt. Unsere Arbeit wird stetig weiter auf Qualität in unterschiedlichen Bereichen evaluiert. Dazu gibt es einen Qualitätskreis, indem wir uns mit anderen Leitungen und einer Fortbildnerin regelmäßig treffen und zu aktuellen Themen arbeiten. Darüber hinaus erstellen die beteiligten Leitungen alle 2 Jahre einen Bericht über die Entwicklung im Haus, der von den anderen Teilnehmerinnen gegengelesen wird und so einer externen Überprüfung unterliegt. Diese Art der Qualitätsentwicklung wurde vom Kita-Prüf in 2025 als Qualitätsentwicklungsverfahren für unsere Kita anerkannt.

15. Schlussbemerkung

Das vorliegende Konzept wurde gemeinsam mit allen derzeit beschäftigten Mitarbeiterinnen erarbeitet. Wir werden dieses Konzept kontinuierlich auf seine Stimmigkeit überprüfen und erwarten einen stetigen Wandel in unserer Arbeit. Die Überprüfung findet jeweils an den tatsächlichen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit statt. Dieses Konzept erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, obwohl wir uns bemüht haben, alles uns Wesentliche aufzuführen. Alle an diesem Prozess Beteiligten, haben jederzeit die Möglichkeit, Änderungsvorschläge zu machen.

Januar 2026